Das legendäre Science-Fiction-Magazin EXODUS sagt Adieu
Es ist ein Moment, der der deutschsprachigen Phantastik-Szene einen Stich ins Herz versetzt.
Nach langer Reise durch die unendlichen Weiten der Kreativität feiert das Science-Fiction-Magazin EXODUS seinen großen Abschied. Mit der fantastischen Jubiläumsausgabe Nr. 50 schließen die Macher das letzte Kapitel eines Projekts, das die deutsche SF-Landschaft wie kaum ein anderes geprägt hat. Für mich persönlich ist dieser Abschied mit einer großen Portion Wehmut verbunden. EXODUS war über viele Jahre hinweg eine Heimat für meine Geschichten und längst verbindet mich eine langjährige, tiefe Freundschaft mit den Herausgebern.
Eine Reise, die 1975 begann
Wenn wir heute auf EXODUS blicken, schauen wir auf ein Stück lebendige Literaturgeschichte. Bereits im Jahr 1975 erblickte die allererste Ausgabe das Licht der Welt. Nach einer längeren Pause kehrte das Magazin schließlich 2003 zurück und war seither aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Es war weit mehr als nur ein Heft. Es war ein liebevoll gestaltetes Hochglanzmagazin, das den perfekten Spagat zwischen Wort und Bild schaffte. Hier bekamen deutschsprachige SF-Autor*innen eine prominente Bühne und Künstler*innen stellten ihre fantastischen Bilder aus.
Hinter diesem Mammutprojekt stecken Menschen, die mit Herzblut und Leidenschaft etwas Einzigartiges geschaffen haben. Die Macher René Moreau, Heinz Wipperfürth und Hans Jürgen Kugler verabschieden sich mit dieser Ausgabe nach jahrzehntelangem, unermüdlichem Einsatz von ihrem Herzensprojekt und hinterlassen eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird.
Ein Abschiedsknaller in zwei Bänden – und ich darf dabei sein.
Wer die Macher von EXODUS kennt, weiß, dass sie nicht leise durch die Hintertür verschwinden. Die finale 50. Ausgabe ist so gewaltig und geschichtenreich geworden, dass sie auf zwei prallgefüllte Bände (50.1 und 50.2) aufgeteilt werden musste. Verziert mit zwei atemberaubenden Titelbildern von Thomas Thiemeyer und Pierangelo Boog, versammelt das furiose Finale noch einmal namhafte Stimmen der deutschsprachigen Science Fiction.
Es macht mich ein bisschen stolz und glücklich, dass ich gleich in beiden Abschlussbänden mit je einer Erzählung vertreten bin: In Band 50.1 nehme ich euch mit zu „Mein alter Herr“, während in Band 50.2 „Die Wirklichkeit der anderen“ auf euch wartet.
Wir alle aus der Phantastik-Community ziehen den Hut vor René, Heinz, Hans Jürgen und dem gesamten Team. Danke für den Mut, die Hingabe und die unzähligen Reisen in fremde Galaxien, die ihr uns Leser*innen und Autor*innen geschenkt habt.
Auch wenn für das Magazin nun seine Reise zu Ende geht, die Geschichten und die engen Freundschaften, die daraus entstanden sind, bleiben. Und während wir die finalen Seiten der Ausgabe 50 umblättern, bleibt uns nur zu sagen: Macht es gut, EXODUS-Crew, und danke für alles!
